St.-Marien-Kirche zu Rostock

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Stadtansicht aus dem 17. Hdt.

Geschichte der Rostocker Marienkirche
 

etwa um 1220, erwähnt 1232:

Erster Kirchbau an der heutigen Stelle

1265-1279:

Bau einer frühgotischen dreischiffigen Hallenkirche

1290:

Beginn des Umbaus zur dreischiffigen gotischen Basilika mit Kapellenkranz

1398:

Baubeginn des Querhauses

1454:

Fertigstellung der Kirche in der heutigen Gestalt

 

Die Hansestadt Rostock ging aus einer ersten Siedlung an der Warnow hervor, die Ende des 12. Jahrhunderts um die Petrikirche und ihren Marktplatz (heute “Alter Markt”) entstand. Eine weitere Teilstadt entstand westlich mit der in einer Urkunde von 1232 erstmals erwähnten Marienkirche als Zentrum. Als letzte Teilstadt entstand noch weiter westlich um 1250 das Viertel um die Jakobikirche.

St. Marien liegt nordwestlich des “Neuen Marktes”, an dem sich schon damals das Rathaus der Mittelstadt befand. In den Jahren 1262 bis 1265 vereinigten sich die drei Stadtteile und die Marienkirche wurde zur Hauptkirche. Über die erste Gestalt der Kirche wissen wir nichts - nur bisher nicht durchgeführte Grabungen könnten etwas über den Grundriss verraten. Nach dem Zusammenschluss wurde die Kirche als dreischiffige Hallenkirche umgebaut bzw. neu errichtet. Diese Bauform nach westfälischem Vorbild bedeutet, dass drei parallele Langhäuser gleicher Höhe miteinander verbunden sind, das mittlere Hauptschiff aber breiter als die Seitenschiffe ist. Von diesem bis 1279 vollendeten Bau sind heute noch die Untergeschosse des Turmes mit den drei westlichen Hallen (Portalbereiche und heutige Winterkirche) erhalten.

Ab 1290 wurde die Kirche vergrößert und aktuellen Baustilen angepasst. Im Osten wurden ein neuer Chor (heute der “vordere” Teil der Kirche zwischen Vierung (Mitte) und dem Hauptaltar) und ein umgebender Kapellenkranz mit fünf Kapellen aus rötlichen Backsteinen errichtet. Hierin wurde wie in anderen Hansestädten wohl auch auch dem Vorbild der Lübecker Marienkirche nachgeeifert. Außerdem wurde die Hallenkirche in eine Basilika umgewandelt, d. h. das Mittelschiff wurde nun auf eine Gewölbehöhe von 31,5 Metern gezogen, während die Seitenschiffe 15 Meter Gewölbehöhe aufweisen. Aus der Zeit um 1290 stammen auch die bronzene Tauffünte sowie die Bürgerglocke.
 

Um 1398 begann der Bau des wohl schon länger geplanten Querhauses. Diesen Bauabschnitt erkennt man an den Wechselschichten aus grünlich/bräunlich glasierten und unglasierten lehmgelben Backsteinen im Außenmauerwerk.
Im Jahr 1419 wurde die Rostocker Universität, die erste im nordeuropäischen Raum, in der Marienkirche gegründet. 1420 werden Altäre in Seitenschiffen erwähnt, was deren Vollendung voraussetzt. Eine Turmfront mit beabsichtigter Doppelturmanlage wurde begonnen, allerdings ließ der Baugrund eine Vollendung nicht zu, weshalb die heute sichtbare Lösung eines Zeltdaches über die gesamte Breite im Prinzip bereits damals angelegt wurde. 1454 wurden die neuen Gewölbe geschlossen.

Im Jahr 1531 schloss sich Rostock der hier durch den Petri-Pastor Joachim Slüter eingeleiteten Reformation an. Viele Gebrauchs- bzw. Kunstgegenstände (z. B. Seitenaltäre) wurden im Zuge dieser Entwicklung aufgegeben oder zerstört. Die Seitenkapellen, die einzelnen Zünften als Gottesdiensträume gewidmet waren, wurden zunehmend zu Grabkapellen umgebaut.

Aus der Barockzeit stammt die heute sichtbare bzw. restaurierte Ausmalung der Kirche, darunter befindet sich eine an einigen Stellen freiliegende gotische Ausmalung. Der Hochaltar und die Gestaltung des Westwerks mit Fürstenempore und Orgelgehäuse entstand in den Jahren 1721 bis 1770. Im Jahr 1796 erhielten das Zeltdach des Turmes und der Dachreiter über der Vierung ihre heutige Form. Vorläufer von beiden sind aber schon auf älteren Abbildungen zu erkennen.

Im 19. Jahrhundert wurde die Kirche renoviert und farblich umgestaltet. 1899 verlor sie die Funktion der Universitätskirche an die Kirche des Klosters zum Heiligen Kreuz. Von der Gründung bis 1945 war St. Marien zudem Ratskirche.
Der zweite Weltkrieg brachte der Stadt starke Zerstörungen, aber durch den Einsatz des Turmdieners Friedrich Bombowski, seiner Tochter und weiterer Helfer konnte die Kirche vor größeren Brandschäden bewahrt werden. (mehr>>)

Im Herbst 1989 versammelten sich Tausende Rostocker zu Friedensgebeten an Donnerstagen, um für die Erneuerung der Gesellschaft zu beten und in einem geschützten Raum damals Unsagbares ausdrücken zu können. Viele der Andachten wurden vom heutigen Bundespräsidenten Dr. h. c. Joachim Gauck gehalten, der zu jenem Zeitpunkt Pastor in Rostock-Evershagen war.

Waren nach 1945 zunächst nur Notreparaturen möglich, wird die Kirche seit 1992 nach aktuellen Maßstäben baulich gesichert. Ein Förderverein begleitet diese umfassenden und bis in das Jahr 2018 angelegten Maßnahmen, die durch Hilfen der Bundesrepublik Deutschland, des Landes Mecklenburg-Vorpommern, der Hansestadt Rostock, der “Deutschen Stiftung Denkmalschutz”, der Evangelisch -lutherischen Landeskirche Mecklenburgs und weiterer Förderer möglich wurden. Näheres über die zahlreichen und vielfältigen Arbeiten erfahren Sie auf der Website des Fördervereins Stiftung St.-Marien-Kirche zu Rostock e. V.>>

Auch in Zukunft ist die Kirche auf große und kleine Spenden zu ihrer Erhaltung angewiesen, weil die bis 2018 geplanten Arbeiten nur die Sicherung der Bausubstanz bedeuten, Restaurierungen von einzelnen Kunstwerken aber dadurch noch nicht abgedeckt sind.
Die Kirchengemeinde dankt allen bisherigen und künftigen Spenderinnen und Förderern sehr herzlich!

 

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Montag bis Samstag 12 Uhr Mittagsgebet mit Orgelmusik, freitags mit Friedensgebet (Litanei von Coventry)
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aktualisiert Juni 07, 2015