Grabkapelle Familie von Heinen und Bildnis Heinrich Müller
Im Jahr 1712 starb der gebürtige Mecklenburger Albrecht Christoffer von Heinen im norwegischen Trondheim. Dieser war im Nordischen Krieg in dänische Dienste getreten und im mit Dänemark verbundenen Norwegen als Offizier eingesetzt. 1686 heiratete er die Dänin Margrethe Brüggeman, die im Jahr 1714 die Errichtung einer Grabkapelle in der Rostocker Marienkirche beauftragte. In dieser Kapelle befinden sich Sarkophage für die Witwe und die beiden Töchter der Familie. Rüstungen und Fahnenstangen stehen, wie auch die Motive auf der Schauwand, für die militärische Laufbahn des Verstorbenen. Die Figur links stellt wohl den Kriegsgott Mars dar, die Figur rechts die Kriegsgöttin Athene. Auf dem Sarg von lehnt der schlafende Tod mit Stundenglas und Sense. In die Bekrönung ist ein Trauerflor eingearbeitet, rechts oben findet sich eine brennende Öllampe als Symbol des Wartens auf die Auferstehung.
Links von der Kapelle, an der Ecke zum Südquerhaus, hängt ein Bildnis des 1675 in Rostock verstorbenen Theologie-Professors und Predigers an St. Marien Heinrich Müller. Dieser hinterließ mehrere große Sammlungen geistlicher Dichtung und Andachtsliteratur. Einzelne Verse fanden in geringfügiger Umarbeitung Eingang in den Text der Matthäus-Passion von Johann Sebastian Bach.