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Backstein

Diese glasierte Kachel mit der Darstellung eines Löwen befand sich ursprünglich außen am aufwendig gestalteten Schaugiebel über dem Südportal. Sie zeigt, zu welcher Meisterschaft es die Erbauer dieser Basilika bei der Herstellung von Backsteinen brachten.

Die Technologie, Bausteine aus gebranntem Lehm herzustellen, gelangte im 12. Jahrhundert aus Oberitalien nach Norddeutschland. Weil Haustein hier kaum zu finden ist, wurde der Backstein zum wichtigsten Material für Steinbauten des Mittelalters.

Der Weg von der Lehmgewinnung bis zum fertigen Stein dauerte mehrere Jahre. Für die Marienkirche wurde der Lehm in einer Grube bei Schwaan gewonnen und auf der Warnow nach Rostock zur Ziegelei transportiert. Die Rohlinge wurden mit Formkästen aus Holz hergestellt und nach einer Trocknungsphase in einfachen Feldbrandöfen gebrannt.

Die ältesten Backsteine sind im Sockelgeschoss des Turmes noch im 13. Jahrhundert vermauert worden. Dem Kirchenschiff verleiht das aufwendige Wechselschichtmauerwerk (etwa ab 1400) von gelbem naturbelassenem und grün glasiertem Backstein das charakteristische äußere Erscheinungsbild.