Die Kanzel
Sie ist das erste Ausstattungsstück aus der neuen evangelischen Zeit. Mit der Einführung der Reformation gewann die Predigt – anders als in der katholischen Kirche, wo die Feier des Abendmahls im Vordergrund stand – eine herausragende Bedeutung im Gottesdienst. Im Jahr 1574, also etwa 40 Jahre nach Einführung der Reformation wurde die prächtige Kanzel der Marienkirche im Stil der Renaissance vollendet. Bedeutende Teile ihrer Bildausstattung gehen auf Kupferstiche aus Antwerpen zurück.
Ob das Werk von dem ebenfalls aus Antwerpen stammenden Künstler Rudolf Stockmann ausgeführt wurde, lässt sich nicht mit Sicherheit feststellen.
Die Gestaltung der Kanzel ist stark von reformatorischer Theologie geprägt. Besonders anschaulich zeigt sich dies am Portal, wo das Verhältnis von Gesetz und Evangelium dargestellt wird.
Der Schalldeckel über der Kanzel stammt aus späterer Zeit und wurde erst 1723 vollendet. Insgesamt ist die Kanzel so reich an Inschriften und theologischen Bildmotiven, dass man mit Recht sagen kann: Sie bietet nicht nur einen würdigen Rahmen für die Predigt, sondern ist selbst eine Predigt.