Krämer Kapelle
Der Marienteppich in der großen Glasvitrine ist im frühen 16. Jahrhundert, vermutlich in einem Rostocker Kloster, hergestellt worden. Dabei waren viele Hände am Werk. Auf ein braunes Wolltuch wurden Leinen und vergoldetes Leder aufgenäht und mit bunten Seidenfäden bestickt.
Im Zentrum steht Maria, umgeben von Sonnenstrahlen, auf der Mondsichel als gekrönte Himmelskönigin inmitten regelmäßig angeordneter Blüten. Auf den Randstreifen sind biblische Szenen dargestellt. Das Hauptmotiv ist die Verkündigung von Jesu Geburt durch den Erzengel Gabriel an Maria. Diese Szene ist gleich dreimal zu sehen.
Die Motive des Hochzeitstuches aus dem frühen 16. Jahrhundert wurden mit bunten Seidenfäden aufgestickt. Vermutlich wurde es bei Hochzeiten benutzt, wenn der Priester das Brautpaar unter einer Bedeckung segnete. Die Brautleute tragen festliche Kleidung und halten eine rote Nelke als Zeichen der Liebe in den Händen. Über die genaue Herkunft des unvollendet gebliebenen Tuches wissen wir nichts.
Der Kanzelbehang gehörte zur Ausstattung der ehemaligen Klosterkirche in Rühn. Er ist um 1580, vermutlich aus einem Priestergewand, hergestellt worden.